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Diplomgeologe.de

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Kartierung

Aufschlüsse des Kartiergebietes

Die geologischen Verhältnisse werden anhand von ausgewählten Aufschlußpunkten dargestellt.
Die hierbei angegebenen Rechts- und Hochwerte (R und H) befinden sich in der Zone 29S UTM (WGS-84) und dienen dabei der Orientierung auf der geographischen Karte bzw. geologischen Karte mit Profil des Kartiergebietes (1.8 MB). Die Aufschlußbeschreibung ermöglicht die übersichtlichen Darstellung der Lithologie und der Tektonik, sowie deren Interpretation.

Aufschlußpunkt A1:

R: 552,6 / H: 4419,7

Entlang der neu gebauten Straße von Ponte de Feixo nach Pombal ist hier entlang beiden Straßenseiten der Aalen aufgeschlossen. Die Gesteinsfarbe weist hier eine große Variationsbreite auf (graublau/stahlgrau bis weiß) und verwittert gelblich. Die Gesteine weisen eine charakteristische mehlige Ritzspur und einen muschligen Bruch auf und sind auf der Gesteinsoberfläche meist verkarstet. Es sind starke Schwankungen in der Mächtigkeit der Banken festzustellen (cm bis m-Bereich). Teilweise sind die zwischengelagerten cm-mächtige, kalkige Zwischenlagen schon in rot-bräunlichen Boden mit geringem Tongehalt umgewandelt.

Es wurden 2 Kluftrichtungen (K1= 342o/41o, K2=210o/78o) und 3 Störungsflächen (St1=313o/57o, St2=272o/65o, St3=195o/88o) eingemessen, wobei die Schichtung einen Meßwert von S=120o/20o aufweist. Es tritt eine starke Zerklüftung der Gesteine auf. Innerhalb des Gesteinsverbandes treten verstärkt Risse in Richtung der Fläche 301o/58o auf.

Foto 21: stark zerklüftete Gesteine des Aalen
Foto 21: stark zerklüftete Gesteine des Aalen bei leichtem Einfallen der Schichten nach Osten.


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Aufschlußpunkt A2:

R: 551,8 / H: 4419,1

Entlang der neuen Verbindungsstraße von Maxial nach Ponte do Freixo sind nördlich einer Schilderfabrikationsfirma die Schichten des Toarc aufgeschlossen.

Die Kalke und Mergel des Toarcs sind hier bis auf das Feinste zerschert ("zerbröselt") und werden von zwei mit Quarz gefüllten Kluftsystemen durchzogen (Meßwerte: K1=270o/69o, K2=84o/77o). Siehe dazu Foto 22. Es wurden auch zahlreiche Harnischflächen angetroffen, die ebenso auf das Vorhandensein einer Störungszone hinweisen.

Tonhaltige Klüfte wurden bei Meßwert K=10o/80o festgestellt.
Auf dem Foto 12 ist der Wechsel von gelben Kalken und grauen Mergeln sehr deutlich erkennbar. Auch der Vegetationsbewuchs zeichnet genau den Verlauf der Schichten nach, die Erika-Gewächse sind nur auf den tonhaltigen Schichten des Kalkes und nicht auf den nährstoffarmen Schichten des Mergels anzutreffen.

Der Toarc weist das typische spalierartige Entwässerungsnetz auf. Im Hintergrund des Photos sind im rechten Teil die neu gebaute Verbindungsstraße und im mittleren Teil die Hügel des Cabeco da Dobra zu sehen.

Foto 22: Wechselfolge von stark verwitterten gelben Kalken und grauen Mergeln
Foto 22: im Vordergrund: Wechselfolge von stark verwitterten gelben Kalken und grauen Mergeln mit typischem spalierartigen Entwässerungsnetz. im Hintergrund: Hügel mit "Badland"-Bildung (Blick vom Süden in den Norden des Kartiergebietes)


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Aufschlußpunkt A3:

R: 550,8 / H: 4419,45

Wir befinden uns auf der nörlichen Seite der Straße von Ponte do Freixo nach Maxial 300 m vor Laceiras.

Die Doggerkalke sind hier aufgrund der auftretenden Störungen mit Kluftkalziten durchzogen, die im Steinbruch von Laceiras (Foto 13) sowohl im cm- und dm-Bereich, als auch im m-Bereich zu beobachten sind. Auch regellos auftretende Risse wurden mit Kalzit ausgefüllt.

Das hellrosa bis purpurne bzw. beige bis dunkelgraue Gestein ist sehr dicht und hart und weist zahlreiche Stylolithen auf. Eine Schichtung ist nicht mehr erkennbar.

Es wurden zwei Hauptkluftrichtungen eingemessen:(K1= 90o/88o und K2= 180o/86o, wobei die erstgenannte Kluftrichtung im Abstand von 20 bis 50 cm im gesamten Aufschluß auftritt. Als Störungsflächen wurden St1=228o/66o und St2=314o/74o eingemessen.

Die Gesteine des Bajocs sind mit rotbrauner, tonhaltiger Erde und Konglomeraten überdeckt, die aus der Kreide stammen.


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Aufschlußpunkt A4:

R: 554,7 / H: 4420,35

Östlich des Weges von Avelar nach Casalinho trifft man die Gesteinsschichten des Hettange an.

Die Bodenfarbe wechselt hier von beige über ocker bis hellgraugrün. Das anstehende Gestein ist ein sehr harter hellgrauer Dolomit mit braunen Eisenausfällungen. Auf den zwischengelagerte Tonschichten sind zahlreiche Glimmern vorhanden. Der Dolomit weist eine gewellte bis knollige Oberfläche auf und ist von Klüften durchzogen.


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Aufschlußpunkt A5:

R: 552,95 / H: 4419,4

Entlang der neu gebauten Straße von Ponte de Feixo nach Pombal ist 750 m vor dem Ortseingang Tomar sind unterhalb eines Strommastes die dunkelgrauen Gesteinsschichten des Toarcs aufgeschlossen, die eine beige Verwitterung aufweisen, wobei eine langwellige Faltung mit einer Amplitude von ca. 1 m ist festzustellen ist.

Die starke Zerscherung der Gesteinsschichten zeugen von intensiven tektonischen Bewegungen. Der Übergangsbereich zu den Schichten des Lotharings (siehe Foto 04) ist extrem zerschert und weist Fossilreste von Muscheln auf.

stark zerscherte Falte des Toarcs
Foto 23: stark zerscherte Falte des Toarcs


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Aufschlußpunkt A6:

R: 551,8 / H: 4419,1

An diesem Aufschlußpunkt befindet sich extrem verwitterte Gesteine des Bajocs.

Das Gestein ist sehr mehlig, enthält Eisenhorizonte, läßt sich in der Hand zerbröseln und ist fast vollständig in Kalk umgewandelt. Die im Gestein vorhandenen dm-mächtigen horizontal verlaufenden Kalzitklüfte lassen sich problemlos aus dem Gestein herauslösen.

Vereinzelt läßt sich eine interne Faltung erkennen. Zunächst wurde angenommen, daß es sich hierbei um die lithologische Einheit des Aalen handelt, was jedoch nach genauerer Betrachtung des Gesteins revidiert werden mußte. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um eine Mylonitzone, die sich auch im Streichen der das Kartiergebiet durchziehenden N-S Störung mit dem auf der anderen Straßenseite befindlichen Steinbruch befindet.

Foto 24 (klein)
Foto 24: stark verwitterter Bajoc


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Aufschlußpunkt A7:

R: 551,15 / H: 4420,55

Am Ortseingang von Cabeca Redonda (von der 560 aus Cumeeira kommend) befindet sich auf der linken Straßenseite ein kleiner Aufschluß auf dem Gelände eines Holzhandels.

Der Bajoc tritt hier mit massigen, sehr hellen Gesteinen zutage. Diese Gesteine werden von rot bis rotbraunem, tonigem Boden umgeben, der die Ablagerungen der Kreide darstellt. Das Gestein des Bajocs ist sehr dicht, nach dem Anschlagen beige und weist einen scharfkantigen, muschligen Bruch auf.

Bei Betrachtung des Aufschlusses wird deutlich, daß hier eine starke Schichtenverkippung, im südöstlichen Teil des Aufschlusses eine starke Zerklüftung und Zerscherung der Gesteine stattgefunden hat.

Die normale Lagerung der Schichten läßt sich in einem Aufschluß erkennen, der ca. 50 m westlich von diesem Aufschluß entfernt ist (Schichtung des Bajoc: S=356o/18o).

Das Gestein im nordöstlichen Teil des Aufschlusses weist mehrere Kluftrichtungen auf: K1=186o/79o, K2=37o/73o (mit kalzitgefüllten Bewegungsflächen) sowie K3=295o/50o. Die im Hangenden folgende Gesteinsschicht ist stark mylonitisiert.

Foto 25 (klein)
Foto 25: Helle Schichten des Bajoc werden von braunroter Kreide überlagert


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Aufschlußpunkt A8:

R: 551,15 / H: 4420,55

Wir befinden uns weiterhin im Aufschluß auf dem Gelände des Holzhandels am Ortseingang von Cabeca Redonda.

An der auf Foto 26 dokumentierten Störungsfläche im Bajoc mit den Meßdaten 60o/87o sind Bewegungsindikatoren zu erkennen.

Foto 26 (klein)
Foto 26: Harnische als Bewegungsanzeiger auf den Kalken des Bajocs


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Aufschlußpunkt A9:

R: 551,45 / H: 4420,55

An diesem Geländepunkt trifft man eine großflächig aufgeschlossene Schichtstufenoberfläche des Toarcs an, die die typische knollige (gnubblige) Art der Verwitterung des Toarcs zeigt (vergleiche auch: Foto 06).

Die Lagerung der Schichten ist fast horizontal (bei leichtem Einfallen nach Westen, Schichtung S=100o/4o). Ein wie mit dem Messer geschnittenes Hauptkluftsystem K1=266o/83o, K2=187o/83o und eine weitere deutlich ausgeprägte Kluftrichtung K3=8o/89o, welche oft mit Kalzit ausgefüllt ist und Eisenausfällungen aufweist, zeigen das Kluftregime an. Untergeordnete Kluftrichtung K4=300o/83o.

An diesem Geländepunkt wurden Eisenkonkretionen (Durchmesser bis 5 mm) sowie einige Ammonitensteinkerne und Muschelreste gefunden.


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Aufschlußpunkt A10:

R: 551,6 / H: 4420,6

In einem Steinbruch nordnordöstlich des Vale Rodrigo ist die Gesteineinheit des Aalen aufgeschlossen.

Im Hangenden der Gesteinsserie ist eine gute Bankung im dm-Bereich erkennbar. Im Liegenden treten geringmächtige stark zerklüftete Banken auf.

An einer Störungsfläche mit den Meßdaten 275o/87o sind Kalzit-Harnische als Bewegungs-Indikatoren zu beobachten. Hier hat sich, entlang einer mit 87o nach Süden einfallenden Frontalrampe die Gesteinseinheit des Aalen auf sich selbst aufgeschoben, wobei es zur Bildung von sog. "bend folds" (Störungsbiegefalten) kam.

Foto 27 ermöglicht einen Blick auf das Profil entlang der N-S verlaufenden Horizontalverschiebung. Entsprechend der Rheologie der Gesteine werden die inkompetenten Schichten (Mergel) aufgrund der Kompression aus Norden (σ1-Richtung) ausgedünnt und die kompetenten Schichten (Kalke) werden zerissen. Es bildeten sich Boudins ("Wurststrukturen"). In diesem, wie auch bei der Aufschiebung entlang der nach NW einfallenden Frontalrampe, fungierten N-S streichende Blattverschiebungen als Lateralrampen, wobei die Gesteinseinheit des Aalen die Frontalrampe darstellt. Hierbei ist, wo die Rampe andrückt, ein Vertikalversatz festzustellen. Diese sinistrale verlaufende Blattverschiebung hat hierbei mit der westlich von ihr verlaufenden dextralen Blattverschiebung als Transfer-Fault gewirkt und die Gesteinspakete wurden zunächst in N-S Richtung geschoben und dann hochgedrückt, wobei es zur Bildung der Störungsbiegefalte kam.

Foto 27 (klein)
Foto 27: Störungsbiegefalten ("Bend folds") innerhalb der Gesteinsschichten des Aalen


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Aufschlußpunkt A11:

R: 552,0 / H: 4421,8

Wir befinden uns auf einem Feldweg, der von Cumeeira nach Ferreiro zwischen den Hügeln des Montijo und des Espigâo (siehe: Foto 30).

Das Gestein ist durch eine starke Zerscherung gekennzeichnet. An den Kalken des Toarc sind rillenförmige tektonische Bewegungsstrukturen an den Störungsflächen St1=170o/70o bzw. St2=165o/45o festzustellen. Es wird angenommen, daß es sich bei der vorliegenden Störung um eine Blatt-verschiebung handelt, an der es infolge einer länger andauernden Scherbewegung zur Ausbildung von Nadelharnischen (roter Pfeil) kam, deren Orientierung als Hinweis auf die Richtung der Relativbewegungen (sinistral) an den Gleitflächen angesehen werden kann. Auf einer weiteren Fläche mit den tektonsichen Meßdaten 260o/82o sind Kalzithorizonte mit Harnischen zu beobachten (blauer Pfeil).

Es wurden verschiedene Kluftrichtungen eingemessen: K1=245o/76o, K2=155o/87o.

Foto 28 (klein)
Foto 28: Slickensides (Striemungen) auf einer Bewegungsfläche, ca. 90o versetzt ist eine Fläche erkennbar, die mit rauhem Kalzit besetzt ist.


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Aufschlußpunkt A12:

R: 552,4 / H: 4418,5

In einem Steinbruch kurz vor einer Stromleitungskreuzung östlich der Straße von Ponte do Freixo nach Maxial südöstlich des Logoinhas wurden hellgraue bis hellockerfarbene Kalkbanken des Toarcs mit zwischengelagerten Mergelschichten mit hohem Tongehalt angetroffen
(Foto 29).
Das Ritzen dieses Gesteins erzeugte eine mehlige Ritzspur. Das Anschlagen der Kalkbanken erzeugte eine schmutzige, schimmlige graue Farbe. Der Boden wies eine beige bis gelbliche Verwitterungsfarbe auf.

Es waren sehr starke tektonische Beanspruchungen des Gesteins festzustellen, was sich sowohl in einer großräumigen Faltung des Gesteine als auch im würfligen Bruch der Kalkbanken äußert, welche z.T. bis zur Knollenbildung vorangeschritten ist.

Wie auch an anderen Aufschlüssen im Kartiergebiet tendieren die Kalkbanken des Toarcs zur Bildung von bevorzugten, glatten Kluftflächen. Der bröselige Bruch der stark tonhaltigen Mergelschichten läßt vermuten, daß diese dm-mächtigen Schichten als Gleithorizonte gedient haben.

Am nördlichen Rand des Steinbruchs wurde eine starke Störung angetroffen (St=30o/74o), an welcher ein Umbiegen der Schichten festzustellen war.

Charakteristisch ist auch die Bildung von Kalzitharnischen (K=327o/38o), die infolge der Hämatitisierung des vorhandenen Eisens eine braunrote Farbe aufweisen. Ein Gespräch mit dem Besitzer des Steinbruchs ergab, daß auf dieser Fläche früher sehr karger Bewuchs (v.a. Erika-Gewächse) vorhanden war. Zieht man in Betracht, daß im Hangenden des Steinbruchs die Baumgrenze liegt, ist ein einfacher Rückschluß von der Vegetation (karger Bewuchs) auf die Geologie (Schichten des Toarcs) möglich.

Foto 29 (klein)
Foto 29: hellgraue bis hellockerfarbene Kalkbanken in Wechsellagerung mit Mergelkalken.


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Aufschlußpunkt A13:

R: 551,9 / H: 4421,9

Entlang der westlichen Seite des Feldweges von Cumeeira nach Bouca do Ferreiro (zwischen Montijo und Espigao) ist die Grenze unteres Toarc-oberes Toarc sehr gut zu erkennen: graue Mergel des unteren Toarc im Liegenden grenzen an gelbe Kalkmergel des oberen Toarcs.

Im Hangenden des oberen Toarcs sind noch andeutungsweise die vorhandenen Schichtstufen des Toarcs zu erkennen, welche sich im Liegenden durch die Ausbildung des spalierartigen Entwässerungsnetzes verlieren. Nach einem Geländesprung folgen im Hangenden unmittelbar die Schichten des Aalen.

Die Mergel des Toarcs sind, wie fast überall im gesamten Kartiergebiet stark zerschert. Sowohl Kalzitklüfte (bis 10 cm) und Kalzitdrusen sowie das Antreffen von Harnischen und anderen Bewegungsflächen, als auch die starke Zerscherung und die Ausbildung von Störungen (mit einem Störungsbetrag von bis zu 5 cm) weisen auf die Existenz einer hier vorhandenen, großen Störzone hin.

Foto 30 (klein)
Foto 30: Toarc mit typisch spalierartigem Entwässerungsnetz, Schichtung: 110o/14o.


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Aufschlußpunkt A14:

R: 551,6 / H: 4422,15

Wir befinden uns nordöstlich des Vale Rodrigo.

(Foto 21) ermöglicht den Blick auf eine stark gewellte Schichtoberfläche (S=278o/7o). Das Gestein ist von zahlreichen Klüften durchzogen. Aufgrund der auftretenden Riedelscherflächen vom Sägezahntyp (Abb. 19d), ist ein sinistraler Bewegungssinn für die hier angetroffene Blattverschiebung (St=200o/90o) anzunehmen, wobei σ1 NE-SW gerichtet gewesen sein muß.

Foto 31 (klein)
Foto 31: NNE-SSW verlaufende sinistrale Blattverschiebung mit Riedel-Scherflächen (roter Pfeil) vom Sägezahntyp.


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Aufschlußpunkt A15:

R: 549,55 / H: 4422,45

An einer Lichtung östlich des Gipfels des Sierra Nova konnte eine ausgeprägte Klüftung an einem sehr hellen, massigen und harten Kalk beobachtet werden.

Die Gesteinsoberfläche (S= 108o/8o) ist verkarstet und weist eine hellgraue Verwitterungsfarbe auf. Die Kluftflächen K1= 276o/68o und K2= 84o/82o waren sehr deutlich, während die Kluftflächen K3= 292o/86o und K1= 10o/65o weniger deutlich ausgeprägt waren.

Von diesem Aufschlußpunkt aus ist in Richtung Westen die Grenze Aalen-Toarc durch das Einsetzen von Vegetation (Sträuchern) sehr gut erkennbar.

Foto 32 (klein)
Foto 32: deutlich ausgeprägte Kluftflächen und eine verkarstete Schichtoberfläche.


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Aufschlußpunkt A16:

R: 551,7 / H: 4422,5

Foto 32 zeigt eine Bewegungsfläche (327o/70o), auf der Harnische zu erkennen sind. Diese Fläche wurde als antithetische Riedelscherfläche R2 diagnostiziert.

Desweiteren wurden Stylolithenflächen (St=210o/68o) und Stylolithenzapfen (St=30o/18o) eingemessen. Da Stylolithen parallel zur lokalen Einengung ausgerichtet sind, dienen diese als dynamische Indikatoren für die Hauptspannungsrichtung σ1, die deshalb NNE-SSW gerichtet gewesen sein muß.

Der hohe Einfallswinkel der Störungsfläche deutet darauf hin, daß diese nicht als reine laterale Bewegung angesehen werden kann. Der Haupttensor muß eine schräge Aufschiebungskomponente erhalten haben und kann somit als Lateralverschiebung mit Aufschiebungskomponente angesehen werden. Betrachtet man dies im Spannungsellipsoid, so steht σ2 an dieser Stelle nicht mehr senkrecht, sondern σ3. Da die Abrißkanten auf den antithetische Riedelscherfläche (327o/70o) einen sinistralen Bewegungssinn anzeigen, kann daraus geschlußfolgert werden, daß die Hauptstörung (Blattverschiebung) mit den Meßdaten 60o/78o einen dextralen Bewegungssinn aufweist.

Foto 33 (klein)
Foto 33: Störungsfläche im Bajoc (mit Harnischen und Stylolithen).


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Aufschlußpunkt A17:

R: 549,5 / H: 4420,7

An einem Feldweg von Constantina nach Lagarteira ist in einem Aufschluß am rechten Wegrand die gebankten Schichten der Bajoc anstehend.

Das Gestein hat eine hellgraue bis weiße Farbe und ist mit dunkelgrauem bis gelbem Schimmel bzw. grünen Flechten überzogen. Die Schichtoberflächen (S=162o/16o) sind stark verkarstet.

Im Hangenden der Gesteinseinheit beträgt die Bankung ca. 40 cm, während im Liegenden eine Bank von 80 cm vorliegt. Es ist eine langwellige Faltung zu der Gesteinsschichten zu beobachten. Entlang der zahlreich auftretenden Klüfte (K1=350o/70o, K2=273o/76o und K3=241o/89o) kommt es zu Ausbildung von Spalten und Hohlräumen.

Foto 34 (klein)
Foto 34: Aufschluß des Bajoc.


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Aufschlußpunkt A18:

R: 551,65 / H: 4422,3

In diesem Steinbruch, in welchem die Gesteine des Aalen zur Nutzung als Pflastersteine abgebaut wird, sind gleichmäßige Banken (25 cm) in Wechsellagerung mit braunen, tonreichen Bodenschichten aufgeschlossen. Die Banken sind im Abstand von 5 bis 10 m von tektonischen, s-förmigen Sekundärstrukturen (Scherrissen) durchzogen.

Foto 35 (klein)
Foto 35: gutgebankter Aalen mit tonreichen, rotbraunen Zwischenlagen.


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Aufschlußpunkt A19:

R: 551,6 / H: 4422,25

Wir befinden uns in einem weiteren der hier zahlreich anzutreffenden Aalen-Steinbrüche.

Das Gestein weist hier im angeschlagenen Zustand eine blaustahlgraue Farbe und verwittert in einer beigen/hellbeigen bis braunen Farbe (bedingt durch Ton-und Eisenkomponenten). Die Schichten fallen flach nach Westen ein (S=291o/17o). Die dünnen, beige-grauen, zwischengelagerten Mergelschichten weisen eine interne Faltung auf.

Die Kalkschichten sind von feinen Haarissen (1mm) sowie Rissen bis 10 mm durchzogen, welche alle mit Kalzit verfüllt sind. Hier hat, wiederum an einer E-W streichenden Störungsfläche (St=270o/87o) eine Aufschiebung innerhalb des Aalen stattgefunden.

An den an der Bewegungsfläche (St=171o/89o) auftretenden Faserharnischen kann ein dextraler Bewegungssinn abgelesen werden. Die Öffnungsweite der Störung beträgt hier ca. 20 cm. Die zugehörigen Riedelscherflächen weisen die Messdaten (St=192o/86o) auf. Desweiterhen wurden die Klüftrichtungen (K1=178o/88o - 20 cm) und (K2=82o/85o) eingemessen.


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Aufschlußpunkt A20:

R: 555,4 / H: 4420,5

Südöstlich von Rapoula befinden sich hellbeige Sandsteine als Ablagerungen der Trias, die eine rotbraune bis braune Verwitterungsfarbe aufweisen und im Hangenden etwas grobkörniger auftreten.

In Wechsellagerung dazu treten harte, relativ feinkörnige Sandsteine mit Glimmerkomponenten auf, die an der Schichtoberfläche eine harte, rötliche z.T. zellige Eisenkruste aufweisen. Teilweise zwischengelagerte Tone lassen sich leicht zerbröseln.

Foto 36 (klein)
Foto 36: grob- bis feinkörnige Sandsteine der Trias, Schichtung: S=270o/20o (bei Rapoula).


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Aufschlußpunkt A21:

R: 555,4 / H: 4420,5

50 m in Richtung südöstlich des Aufschlußpunktes A15 (innerhalb des selben Aufschlusses) stehen beige bis weiße, sehr grobkörnige Triassandsteine, die z.T. bräunlich verwittert sind in Wechsellagerung mit grauen bis braunen Tonschiefern an.

Der Tonschiefer, als inkompetente Schicht, weist eine starke Verfaltung auf. Die Schichtung (S=65o/3o) ist fast horizontal.

Foto 37 (klein)
Foto 37: grobkörnige Sandsteine der Trias in Wechsellagerung mit grauen bis braunen Tonschiefern, Schichtung: 270/20 (bei Rapoula).


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Aufschlußpunkt A22:

R: 556,6 / H: 4420,3

Westlich der neu errichteten Brücke von Cume über die Schnellstraße 1132 (außerhalb des Kartiergebietes) sind stark geschieferte Sedimente (Silt-und Tonsteine), Metamorphite (Phyllite und Quarzite) aufgeschlossen.

Die Gesteinsserie ist intern sehr stark verfaltet, wobei stellenweise eine interne Schieferung der Phyllite zu beobachten ist. Die Phyllite zeichnen sich durch von Glimmern hervorgerufenen metallischen Glanz aus, sowohl die Phyllite als auch der Quarzit weisen eine rotbraune Verwitterungsfarbe auf.

Foto 38 (klein)
Foto 38: Phyllite mit Quarzitlinse innerhalb des Paläozoikums.


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Letzte Aktualisierung: 09.11.2009
URL: http://www.diplomgeologe.de/kartierung/aufschluesse.shtml

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