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Diplomgeologe.de

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Kartierung

Verkarstung im Kartiergebiet

Das Gebiet um Penela gehört zu den bekanntesten Karstgebieten Europas.

Unter Karst versteht man allgemein jedes Gebiet mit ober- und unterirdischen Erscheinungsformen von Destruktionen wasserlöslicher Gesteine. Neben dem Kalk- und Dolomitkarst gibt es Gips und Salzkarst, unter feuchtwarmen Bedingungen sind sogar Pseudokarste (durch Granite und Silikate) möglich.

Die eigentliche Verkarstung tritt jedoch nur in reinen und kompakten Kalken, sowie in Dolomiten auf, wie sie im Kartiergebiet vor allem in den Schichten des Bajoc/Bathon, aber auch im Aalen anzutreffen sind. Hierbei tritt eine Vielzahl von Verkarstungserscheinungen auf, wovon nur ein kleiner Teil an der Geländeoberfläche zu beobachten ist (Exokarst). Die intensive tektonische Deformation schuf gute Voraussetzungen für eine gute Wasserwegsamkeit innerhalb der Gesteinsserien.

Die Verkarstung auf den Gesteinsoberflächen des Aalen ist geringer als die Verkarstung der Gesteinsoberfläche des Bajoc/Bathon. Kleine Formen wie Rinnen und Karren sind in fast allen jurassischen Stufen anzutreffen.

Foto 16
Foto 16: tektonisch erzeugte Klüfte (Bildmitte) werden durch oberirdisch abfließendes Wasser in Rillenkarren (links) umgewandelt.

Hierbei erzeugt das oberirdisch abfließende Wasser zunächst mehrere Meter tiefe Rinnen und Furchen, die an der Gesteinsoberfläche durch Korrosion im Bereich von Trennflächen (Klüfte, Schichtfugen, Störungen) ausgebildet werden.

Diese Karren (Rinnen- und Kluftkarren) entstehen auf geneigten Oberflächen des Gesteins und werden von scharfen Graten getrennt (siehe Foto 16).

Die Klüfte werden zu Spalten erweitert, durch die sich das Wasser seinen Weg in die Tiefe bahnt. Es entstehen trichterartige Gebilde von mehr als 20 m Tiefe und Durchmessern von 2 bis 120 m.

über größerer unbedeckter Gesteinsoberfläche bilden sich Karren- oder Schrattenfelder (Foto 17). Zwischen den Karren hat sich Sedimentationsmaterial aus der Kreide angesammelt.

Foto 17
Foto 17: Karrenfelder.

Foto 18
Foto 18: Stalaktiten (roter Pfeil) an einer Straßenböschung an der neu gebauten Verbindungsstraße 237.

Häufig sind Dolinenbildungen zu beobachten. Diese weisen einen Durchmesser von 1 m bis 20 m auf.

Foto 19 zeigt eine solche Doline, die in diesem Fall durch Lösungsvorgänge in den Kalken des Aalen entstanden ist.
Hierbei handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine echte Einsturzdoline, sondern um eine Trichter- bzw. Nachsackdoline, die durch Lösungsvorgänge im Untergrund an Kluftkreuzen oder anderen vorgeprägten Stellen entstehen.

Foto 19
Foto 19: Trichter einer geschlossenen Doline.

In den Kalken des Aalen ist auf der östlichen Spitze des Cabeco da Dobra eine Trichterdoline zu finden, in der eine Ablagerungen von Kreidesedimenten stattgefunden hat. Poljen, wie in anderen Karstgebieten üblich, konnten im Kartiergebiet nicht beschrieben werden.

An einigen Aufschlußpunkten wurden Klüfte unterschiedlicher Durchmesser angetroffen, die bis zu 50 dm Breite aufweisen.

Es ist nachvollziehbar, daß die intensiven tektonischen Vorgänge in dieser Region die Bildung von Karsterscheinungsformen begünstigt und z.T. erst ermöglicht haben.

Foto 20
Foto 20: 30 cm breites Kluftsystem innerhalb des Aalen.


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Letzte Aktualisierung: 17.11.2009
URL: http://www.diplomgeologe.de/kartierung/verkarstung.shtml

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