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Studium

Praktikumsbericht (Praktikum nach §9 STUPO)

Grundwassermanagement im Spreebogen

vorgelegt von:
Oliver Walenciak (120406) im Fachbereich 09

Zeitraum:
01.09.1998 bis 31.08.2000

Firma:
DMT-Deutsche Montan Technologie GmbH
Entlastungsstr./Skulpturenwiese
10557 Berlin

betreut durch:
Herrn Dr. Struffert

Probennahme

1. Allgemeines

Nach $9 der Studien- und Prüfungsordnung in der Fassung von 1989 ist der Nachweis einer mindestens 2-monatigen praktischen Tätigkeit im Bereich der Angewandten Geologie Voraussetzung für die Zulassung zur Diplom-Hauptprüfung. Dieser Bericht beschreibt in kurzer Form die von mir während meines Praktikums bei der DMT-Deutsche Montan Technologie GmbH durchgeführten Arbeiten bzw. Projekte.

2. Firmenvorstellung

Die Deutsche Montan Technologie GmbH wurde als DMT-Gesellschaft für Forschung und Prüfung mbH (DMT-FP) 1990 durch die Zusammenführung dreier traditionsreicher, in der Forschung, im Sachverständigenwesen und in der Ausbildung für den Steinkohlenbergbau tätiger Organisationen unter dem Dach des Deutsche Montan Technologie für Rohstoff, Energie, Umwelt e.V. gegründet.

Dieser war aus dem Zusammenschluss des Steinkohlenbergbauvereins mit der Bergbau-Forschung GmbH und der Westfälischen Berggewerkschaftskasse (WBK) einschliesslich der Bergbau-Versuchstrecke und der Einrichtungen der Versuchsgrubengesellschaft mbH hervorgegangen.

Die Aktivitäten der DMT-FP erstrecken sich von Ingenieur-Dienstleistungen, insbesondere Untersuchungen und Beratungen, über die Herstellung von Spezialprodukten bis hin zu öffentlich geförderten Forschungsaufgaben. Schwerpunkte liegen auf den Gebieten Sicherheit und Umweltschutz für den Bergbau und die übrige Industrie.

Die Gesellschaft befindet sich nach wie vor - mit wachsendem Erfolg - im Übergang von einem Unternehmen der Gemeinschaftsforschung für den deutschen Steinkohlenbergbau zu einem am Markt orientierten Dienstleistungsunternehmen, das die vielfältigen und umfangreichen Kenntnisse seiner Mitarbeiter im In- und Ausland gewinnbringend einsetzen will. Im Geschäftsjahr 1997 hat die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt einen Umsatz von knapp 165 Mio. DM erzielt.

1998/99 erfolgte die Ausgliederung der DMT aus dem CUBIS-Verband und die Umbennung in Deutsche Montan Technologie GmbH. Der Geschäftsbereich GUC der Deutsche Montan Technologie (Arbeitsfeld: Geologie/ Hydrogeo-logie/ Wasserwirtschaft) befasst sich hierbei im Rahmen des im Jahre 1996 erhaltenen Grossauftrags: Grundwassermanagement für die Grossbaustelle Spreebogen in Berlin-Mitte u.a. mit folgenden Arbeiten:

  • Konzepte zur Grundwasserförderung und -wiederverbringung bei Grossbauten (Tunnel, Kanäle, Hochbauten und Tagebaue)
  • Konzepte zur Enteisenung, Entmanganung und Wasserreinigung
  • Planung zur Verbringung des Grundwassers
  • Planung von Grundwasserversickerungsanlagen
  • Mathematische Modellierung der hydraulischen Zustände vor Baubeginn
    und während einzelner Bauphasen
  • Betreuung von Messstellen-Netzen zur Beweissicherung und Steuerung der Verbringung
  • Messung von Grundwasserhöhen, Förder- und Versickerungsvolumina etc.
  • Datenregistrierung und -übertragung
  • Datenmanagement und Erstellung von Datenbanken
  • Untersuchung und Überwachung der Wasserqualität
  • überwachung der Einhaltung ökologischer und wasserwirtschaftlicher
    Vorgaben zum Schutz der Vegetation und Bebauung bei Grundwasserabsenkungen

3. Grundwassermanagement im Spreebogen

In zentralen Teilen Berlins wurden und werden umfangreiche Bauvorhaben privater Investoren und öffentlicher Bauträger verwirklicht.

Im Bereich des Spreebogens sind infolge der zu errichtenden Verkehrsanlagen (Fernbahntunnel, Strassentunnel B 96, U-Bahntunnel U5) und der gleichzeitig entstehenden Bauten des Parlaments und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland (Bundeskanzleramt, Alsenblock, Dorotheenblöcke) umfangreiche Eingriffe in den Grundwasserhaushalt notwendig.

Durch das Grundwassermanagement ist im Rahmen von Bauvorhaben mehr Sicherheit bei unvermeidbaren Eingriffen in das Grundwasser sowie Auswirkungen auf ökologisch und gründungstechnisch sensible Bereiche oder Nachbarbebauung gewährleistet.

Die unmittelbare Nähe des Stadtparks und Gartendenkmals "Grosser Tiergarten" mit seinem geschützten Baumbestand sowie einiger historischer Gebäude zu der Grossbaustelle Spreebogen macht es erforderlich, übermässige, baustellenbedingte Grundwasserschwankungen unbedingt zu vermeiden.

Die zeitliche und örtliche Konzentration, die Größe und die Eingriffe dieser Bauvorhaben in das Grundwasser erfordern in einem stark beanspruchten innerstädtischen Gebiet eine optimale Baustellenlogistik und abgestimmte Massnahmen zum Schutz ökologisch wertvoller Bereiche und historischer Bausubstanz.

Die in diesem Gebiet von den zuständigen Genehmigungsbehörden erteilten wasserbehördlichen Erlaubnisse tragen diesen besonderen Umständen, den genannten allgemeinen Schutzgütern und dem öffentlichen Interesse dadurch Rechnung, dass mit einer Vielzahl von Auflagen und Benutzungsbedingungen die Auswirkungen der Baumassnahmen kontrolliert und auf ein verträgliches Mass begrenzt werden.

Die wasserbehördliche Erlaubnis der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz für die Bauvorhaben im Spreebogen verlangt ein gemeinsames Grundwassermanagement aller Investoren und beinhaltet strenge Auflagen. Um diesen Forderungen gerecht werden zu können, haben die Bundesbaugesellschaft Berlin mbH (BBB) und die DB Projekt GmbH Knoten Berlin für den Bereich Spreebogen und die nördlich angrenzenden Baumassnahmen ein gemeinsames Grundwassermanagement eingerichtet.

Das Grundwassermanagement Spreebogen ist mit der Grund Wasser Management Organisation (GWMO) und der Grund Wasser Verbringung (GWV) in zwei Leistungsbereiche geteilt. Die GWMO wird von der Deutsche Montan Technologie, dem DMT-Geschäftsbereich GUC, durchgeführt und umfasst im wesentlichen die konzeptionelle Erarbeitung und Durchführung des Grundwassermanagements (Planung, Organisation und Steuerung der Wiederversickerung bzw. des Abschlagens des geförderten Grundwassers zum Zwecke der Einhaltung der vorgegebenen Grundwasserstände, den Aufbau und Betrieb eines entsprechenden Beweissicherungssystems und die Überprüfung der Förderwasserqualität).

Die Aufgaben der GWV beinhalten die Errichtung, den Betrieb und den Rückbau von bautechnischen Einrichtungen zur Verbringung des, in den einzelnen Baugruben in verschiedener Menge und Qualität anfallenden Wassers und wird von der Preussag Spezialtiefbau GmbH durchgeführt.

Neben der Anwendung grundwasserschonender Bauweisen bei den Baugruben darf im Bereich betroffener Grünanlagen der Grundwasserspiegel insgesamt nur in einem Bereich von etwa 1 m schwanken und den Grundwasserstand von 30 m ü. NN nicht unterschreiten. Die zuständigen Behörden haben per Computer direkten Zugang zu den Informationen des Überwachungssystems und können somit ggf. auch die interessierte Offentlichkeit jederzeit informieren. Versickerungsbrunnengalerien wurden gebaut um bei einem Absinken des Grundwasserspiegels die Einhaltung des behördlich festgelegten Grenzwertes durch die gezielte Wiederversickerung von Restgrundwasser aus den Baugruben zu gewährleisten.

Das in den Baugruben anfallende Restgrundwasser wird am Baugrubenrand in bereits gereinigter Form entgegengenommen. Das Förderwasser, das der Wiederversickerung zugefürt werden soll, wird einer Enteisenung und Entmanganung unterzogen, damit es nicht zur frühzeitigen Verokkerung der Brunnen kommt und damit kostspielige Regenerierungen hinausgezögert werden und danach über ein eigenes Rohrleitungssystem je nach Bedarf entweder in die Spree abgeschlagen oder den Versickerungsbrunnen zugeführt. Anhand eines speziell für diese Aufgabe entwickelten Grundwassermodells können mögliche Auswirkungen geplanter Einzelbauvorhaben auf den Grundwasserspiegel vorausschauend simuliert werden. Gleichzeitig wird die zum Schutz der Grünflächen wiederzuversickernde Restgrundwassermenge bestimmt.

4. Aufgaben

Im Rahmen dieses Praktikums wurden die nachfolgend dargestellten Aufgaben durchgeführt:

  • Betreuung von Grundwassermessstellen (Ein- und Ausbau, sowie Pflege und
    Wartung der Messstellen und Messinstrumente, Überprüfung auf ausreichenden Schutz der Grundwassermessstellen und der Meßgeräte)
  • Auslesen der Messinstrumente in den Messstellen mittels Datenübertragungsgerät
  • Einlesen der an den Messinstrumenten ausgelesenen Daten in eine Datenbank, sowie die Einlagerung von über Funk übermittelte Daten.
  • überwachung der ermittelten Grundwasserganglinien und der Fördermengen.
  • Eingabe von hydrochemischen Daten in die Datenbank und Bewertung hinsichtlich der Auflagen
  • Mitwirkung an der Erstellung von Grundwassergleichen und -differenzenplänen
  • Mitwirkung bei der Durchführung von Tracer- und Pumpversuchen

Weiterhin waren allgemeine Tätigkeiten wie die Mitwirkung an der Erstellung von Monatsberichten (Erstellung von Photodokumentationen), die Mitwirkung bei der Durchführung und Auswertung von Pumpversuchen, die Auswertung von Aufschlussbohrungen im Rahmen der Baugrunderkundung bei verschiedenen Projekten in Berlin und Brandenburg, sowie die Entnahme von Wasserproben für umweltanalytische Untersuchungen Bestandteil dieses Praktikums.

5. Kurzbeschreibung der durchgeführten Tätigkeiten

Zu meinen Hauptaufgaben während meines Praktikums gehörte die Betreuung eines Netzes von ca. 80 Grundwassermessstellen. Die stündlich von den Meßgeräten erfassten Grundwasserstände und Grundwasserförderraten wurden mittels eines mobilen Datenerfassungsgerätes (HDM) ausgelesen und im EDV-Zentrum des Grundwassermanagements eingelesen und ausgewertet.

Desweiteren wurden Daten von Messstellen, deren Datenübertragung automatischen per Funk erfolgte, ausgewertet. Die hierbei erfolgten Arbeiten umfassten weiterhin die Überprüfung der Funktionstüchtigkeit der Meßstellen und die Qualitätssicherung der Meßgeräte (die durch Kalibrierung sichergestellt wird), sowie Ein- und Ausbaumaßnahmen.

Zu den Aufgaben bei der Überwachung und Durchführung der Meßkampagne beim Markierungsversuch bei dem Bauvorhaben "Neues Kranzlereck" gehörte die stündliche Beprobung der vorhandenen Grundwassermessstellen und Brunnen. Während meines Praktikums habe ich desweiteren bei der Durchführung und Auswertung Eines Pumpversuches in einem ehemaligen Schwellenwerk, welcher zur Erkundung der Ausbreitung von Boden- und Grundwasserkontaminationen durchgeführt wurde, mitgearbeitet.

Außerdem waren allgemeine Tätigkeiten, wie die Mitwirkung an der Erstellung von Monatsberichten (Erstellen von Photodokumentationen), die Auswertung von Aufschlussbohrungen im Rahmen der Baugrunderkundung bei verschiedenen Projekten in Berlin und Brandenburg, sowie die Entnahme von Wasserproben für umweltanalytische Untersuchungen Bestandteil meines Praktikums.

Berlin, 30. August 2000


Download:
Praktikumsbericht als *.pdf-Datei (29 KB)


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Letzte Aktualisierung: 04.12.2009
URL: http://www.diplomgeologe.de/studium/praktikumsbericht.shtml

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